Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Körpergesundheit ist in aller Munde. Und auch immer mehr Patient:innen fragen: Kann eine andere Ernährung meine Schmerzen beeinflussen? Hilft pflanzliche Kost bei Entzündungen?
Gerade zum Start des neuen Jahres entwickelt sich der Veganuary seit einigen Jahren zu einem guten Anlass, die vegane Ernährung für sich zu testen. Dabei handelt es sich um eine internationale Initiative, die dazu anregt, im Januar vorwiegend pflanzlich basiert ohne tierische Produkte zu essen und eigene Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren.
Wir betrachten die oben gestellten Fragen hier einmal ganz sachlich – ohne Heilsversprechen, ohne Ideologie.
Entzündungen verstehen – kurz erklärt
Entzündungen sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie gehören zur Heilung.
Problematisch wird es jedoch, wenn sie chronisch niedriggradig bestehen bleiben.
Das betrifft häufig Gelenke, Muskeln, Sehnen oder Faszien. Typische Symptome, die dann auftreten, sind anhaltende Schmerzen, Steifheit oder eingeschränkte Belastbarkeit.
Welche Rolle spielt unsere Ernährung dabei?
Die Ernährung ist erstmal kein typischer Ersatz der Physiotherapie. Aber sie kann regenerierende Prozesse im Körper unterstützen oder gegenläufige bremsen.
Insbesondere die pflanzlich basierte Ernährung zeichnet sich dabei oft durch wertvolle Merkmale aus:
- weniger stark verarbeitete Produkte
- geringere Zufuhr entzündungsfördernder Fette
- erhöhte Aufnahme von Antioxidantien
- höhere Ballaststoffaufnahme
Wie einfach es sein kann, auf eine vegane Ernährung umzusteigen, zeigen wir dir in diesem Beitrag: Vegan(er)Leben
Veganuary & Regeneration: Was realistisch ist
Wenn wir jetzt mal den Veganuary als Ansatz sehen, unsere Ernährung umzustellen, welche Erwartungen dürfen wir uns realistischer Weise setzen?

Eine schnellere Erholung nach Belastung, weniger Morgensteifigkeit und eine besseres Körpergefühl von Grund auf sind nur einige Effekte, von denen Menschen berichten, die diese Umstellung bereits vollzogen haben.
Mögliche Gründe für diese Veränderungen liegen in einer geringeren Verdauungsbelastung durch vorwiegend pflanzliche Produkte, eine bessere Mikronährstoffversorgung sowie einer meist automatisch mit der Ernährungsumstellung einhergehenden bewusstere Lebensmittelauswahl.
Wichtig: Diese Effekte sind individuell und keineswegs verallgemeinerbar. Sie ersetzen keine Therapie, können sie aber sinnvoll begleiten. Im Zweifelsfall bitte immer mit dem zuständigen Arzt, Therapeuten oder medizinischem Fachpersonal abklären.
Muskeln, Faszien, Gewebe – worauf es ankommt
Gerade bei Patienten in der Physiotherapie ist eine ausreichende Energiezufuhr, genügend Protein sowie die Versorgung mit Eisen, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren entscheidend für die Regeneration.
Der Veganuary (und allgemein eine Ernährungsumstellung) sollte deshalb nicht „weniger essen“ bedeuten, sondern anders essen.
Denn:
- Ernährung kann Heilung unterstützen, aber nicht ersetzen
- kurzfristige Veränderungen schärfen die Körperwahrnehmung
- langfristige Effekte entstehen erst durch Kontinuität
Der Veganuary eignet sich also gut als Startpunkt. Deine Reise zur vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung braucht jedoch mehr Zeit als nur einen Monat ;)
Rezeptideen zur Unterstützung von Regeneration & Entzündungsmanagement
Die folgenden Rezept-Inspirationen fassen ein paar nährstoffreiche und potenziell entzündungshemmende vegane Gerichte zusammen:
1. Linsensuppe mit Kurkuma & Ingwer
Linsen liefern Protein, Kurkuma wirkt entzündungshemmend – eine wärmende Mahlzeit, die Muskeln gut tut.
2. Bunter Quinoa-Salat mit Avocado & Bohnen
Quinoa als vollständige Proteinquelle mit gesunden Fetten aus Avocado und farbigem Gemüse.
3. Gerösteter Süßkartoffel-&-Kichererbsen-Bowl
Süßkartoffel enthält Beta-Carotin, Kichererbsen liefern Protein und Ballaststoffe – gut für Gewebeenergie.

4. Gemüse-Curry mit Kokosmilch
Ein mildes Curry mit Kurkuma, Kreuzkümmel und saisonalem Gemüse – idealer Begleiter in Regenerationsphasen.
5. Smoothie mit Spinat, Banane & Leinsamen
Ein schneller, pflanzlicher Smoothie mit gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Leinsamen – toll nach Training oder Physiotherapie.
Veganuary aus physiotherapeutischer Sicht zusammengefasst: Ein sinnvoller Impuls – richtig eingeordnet, Ernährung als Teil des Gesamtsystems
Nicht jede pflanzliche Ernährung ist automatisch gesund. Nicht jede tierische Ernährung ist problematisch.
Entscheidend ist die Gesamtsituation des Menschen: Belastung, Bewegung, Therapie, Alltag.
Der Veganuary kann helfen, Gewohnheiten zu reflektieren. Und genau darin liegt sein Wert: Physiotherapie wirkt am besten im Zusammenspiel mit Bewegung, Regeneration, Schlaf – und Ernährung. Der Veganuary ist dabei kein Therapiekonzept, kann aber ein sinnvoller Impuls sein, um Heilungsprozesse bewusster zu begleiten.
Weitere Informationen und Rezeptideen zum Veganuary findest du unter https://veganuary.com.